1. Die Nutzung zuerst klären
Eine Wohnung ist nicht automatisch als Ferienwohnung nutzbar. Prüfe Bau- und Nutzungsrecht, örtliche Satzungen und bei Eigentumswohnungen Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung und Beschlüsse. Bitte um vorhandene Genehmigungen und kläre offene Fragen mit zuständiger Behörde und fachlicher Beratung, bevor du dich bindest. Eine bisherige Vermietung durch den Verkäufer ist kein Ersatz für diese Prüfung.
2. Aus Sicht der Gäste besichtigen
Stelle dir den Aufenthalt vom Ankommen bis zur Abreise vor. Gibt es einen einfachen Zugang, ausreichend Schlafplätze ohne Durchgangszimmer, Stauraum, eine gut nutzbare Küche, genügend Badkapazität und einen Platz zum Essen? Sind WLAN und Mobilfunk brauchbar? Erreichen Gäste das versprochene Erlebnis tatsächlich ohne umständliche Wege? Besonders bei Familien zählen praktische Details wie Verdunklung und eine sichere Treppe.
Die Klassifizierung des Deutschen Tourismusverbands gibt Anhaltspunkte für Ausstattungs- und Qualitätsmerkmale. Sie ist eine Orientierung, keine Zusage für höhere Einnahmen.
3. Zustand und Folgekosten erfassen
- Gebäude: Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Feuchtigkeit und Energiezustand durch geeignete Fachleute prüfen lassen.
- Wohnungseigentum: Hausgeld, Instandhaltungsrücklage, Protokolle, Wirtschaftsplan und mögliche Sonderumlagen einsehen.
- Vermietung: Reinigung, Wäsche, Schlüsselübergabe, Plattformgebühren, Versicherungen, Wartung und Ersatz von Möbeln einplanen.
- Erreichbarkeit: Wer löst vor Ort Probleme, wenn Gäste anreisen oder etwas ausfällt?
4. Eine vorsichtige Rechnung bauen
Rechne mit mehreren Szenarien statt mit einer einzigen Auslastungszahl. Für jedes Szenario gilt: gebuchte Nächte × durchschnittlicher Übernachtungspreis = Bruttoerlös aus Übernachtungen. Ziehe variable Kosten, laufende Fixkosten, Rücklagen und Finanzierung ab. Prüfe separat, was bei weniger Buchungen, höheren Energiekosten oder einer ungeplanten Reparatur passiert. Vergleiche Angebote mit ähnlicher Größe und Lage; ausgeschriebene Preise sind noch keine erzielten Umsätze.
5. Das Gesamtbild entscheiden lassen
Eine Ferienimmobilie kann mit weniger Quadratmetern überzeugen, wenn Lage, Grundriss und Betrieb zusammenpassen. Umgekehrt kann ein günstiges Objekt teuer werden, wenn Umbauten nötig sind oder die Ferienvermietung rechtlich offen bleibt. Halte vor dem Kauf schriftlich fest, welche Annahmen belegt sind und welche noch geklärt werden müssen.